100 000 SMS IN EINER MINUTE

crop businessman using smartphone while resting on bench with takeaway coffee
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Gut, dass wir kein Griechisch verstehen. Das Paar am Nachbartisch sagt sich offensichtlich keine lieben Sachen, eher fliegen die Fetzen. Wir verstehen nicht einmal einen Wortfetzen. Mit hoher Wahr- scheinlichkeit ist es Griechisch.

Das Nichtverstehen hat uns geschützt, den Inhalt wahrzunehmen. Genau wie die 100 000 SMS, die vermutlich um unsere Ohren flie- gen, deren Inhalt wir nicht kennen. Gut so! Unser Übersetzungsge- rät in der Jackentasche übersetzt nur unsere SMS in Magnetwellen,

die den Weg durch unser Gehirn in schwarze Buchstaben nehmen. Auch wir bekommen SMS!

Wir sind neben SMS ständig von Gedanken, guten und bösen, um- geben. Jenen, die wir selbst aussenden und millionenfachen Weite- ren, die um uns schwirren. Liebesschwüre und Liebessehnsüchte, in Fragen, Vorwürfe und Deutungen gehüllt, umhüllen uns in codierter Form.

Während SMS ein Empfangs- und Übersetzungsgerät nebst Pass- wort benötigen, stünde es uns frei, das, was in der Luft liegt, das von unserem unmittelbaren Umfeld Gesendete, aufmerksam zu erspü- ren, zu decodieren und liebevoll darauf zu antworten.

Quelle: Gelassenheit erlangen, leicht wie ein Kinderspiel.: 300 beispielhafte Achtsamkeitsanekdoten