Nicht Autos, sondern Körper und Gehirne werden die wichtigsten Produkte des 21. Jahrhunderts sein ….

Das Zitat stammt nicht aus einem Science Fiction Roman, sondern von dem israelischen Historiker und Bestsellerautor Yuval Noah Harari. Er wird laut Wikipedia (!) sogar als Quelle der Inspiration für Barack Obama, Macron, Merkel und Sebastian Kurz genannt.

2017 erklärte Harari im SRF Interview, wie er das meint. Er spricht von „unserer inneren Welt“, die „wir“ verändern müssten und nennt dann Körper und Gehirne als wichtigste Produkte des 21. Jahrhunderts. Der traurige Ausdruck eines durch und durch materialistischen Weltbilds wird ab Minute 3.15 deutlich.

Wenn bislang von inneren Werten oder Welten die Rede war, zielte dies, abgesehen von einigen Herrenwitzen, in geistige Ebenen. Solche Sprüche haben nichts mit „Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest“ gemein. Ob das nun von Mahatma Gandhi oder anderen Weisheitslehrern zuerst gesagt worden ist, spielt keine Rolle. Jeder kennt dieses Zitat und weiß, wie es gemeint ist. Die pervertierte Variante in Form der üblichen Argumente der Transhumanisten knüpft geschickt daran an und vermeidet Begriffe, wie den Übermenschen (Nietzsche) oder Tetan (Scientology). Hararis „Homo Deus“ hat ebenfalls einen Platz in der Wikipedia bekommen. Ich zitiere entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten einmal einen ganzen Block und zwar die Übersicht der letzten Kapitel seines Buches:

    • Kapitel 8. Die Zeitbombe im Labor: Die heutigen Neurowissenschaften zeigen uns, dass menschlichen Gedanken und Handlungen das Ergebnis von elektro-chemischen Prozessen im Gehirn sind. Diese Erkenntnisse führen zu der Schlussfolgerung, dass das Bild von der freien Entscheidung des Individuums ein Trugschluss ist.

 

    • Kapitel 9. Die große Entkopplung: Wir sind heute dabei, Maschinen mit neuen Formen der Intelligenz zu entwickeln, die anders als der Mensch nicht durch ein Bewusstsein beeinflusst sind. Die Maschinen werden in der Lage sein, uns zu übertreffen. Der Mensch wird dadurch ersetzbar. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass organische Algorithmen Dinge tun können, die nicht-organische Algorithmen niemals besser könnten. Schließlich können die neuen Technologien des 21. Jahrhunderts das Individuum seiner Macht berauben und stattdessen nicht-menschliche Algorithmen damit betrauen. Die Folge wäre eine Masse nutzloser Menschen und eine kleine Elite optimierter Übermenschen.

 

    • Kapitel 10. Der Ozean des Bewusstseins: Die neuen technischen Möglichkeiten werden uns Wege zur Optimierung von Körper, Gehirn und Geist eröffnen. Sie werden uns den Zugang zu neuen Bewusstseinszuständen ermöglichen. Der im Humanismus geheiligte menschliche Wille kann manipuliert werden, dies macht ihn als höchste Autorität fragwürdig.

 

    • Kapitel 11. Die Datenreligion: Harari führt aus, dass man das Universum als Datenströme verstehen kann, die mittels Algorithmen verknüpft sind. Im Kern geht es um die Sammlung und Analyse von Informationen. Die menschliche Vorstellungskraft ist lediglich das Produkt biochemischer Algorithmen. Das homozentrische Weltbild des Humanismus wird durch eine datazentrische Weltsicht ersetzt. Bewusste Intelligenz wird durch überlegene nicht-bewusste Algorithmen ersetzt.

 

In einigen Punkten stimme ich Herrn Harari zu. Ich halte auch die Massentierhaltung für ein übles Verbrechen. Die Konsequenz einer „nachhaltigen“ Fleischerzeugung oder der komplette Verzicht darauf und ein die Natur schonender Anbau pflanzlicher Nahrung wäre nach heutigem Stand der Technik eine drastische Bevölkerungsreduktion. Die Bevölkerungsentwicklung ist wiederum die Folge der industriellen Revolution und unseres Wirtschaftssystems – keine Frage – aber kann noch mehr technischer Fortschritt und materialistisches Denken diesen „Fehler“ wieder korrigieren?

Die Antwort darauf möge sich jeder selbst geben.

Und hier einmal ein Zitat aus einem anderen Buch:

„etāṁ dṛṣṭim avaṣṭabhya
naṣṭātmāno ’lpa-buddhayaḥ
prabhavanty ugra-karmāṇaḥ
kṣayāya jagato ’hitāḥ“

Wer googelt, der findet.

Seine dunkle Lordschaft, Klaus Schwab, ist also nicht alleine mit seinen Träumen von einer gepimpten Menschheit, die ihre „biologische“ Natur überwunden hat. Logisch, die beiden kennen sich, wer hätte auch etwas anderes erwartet?

Nichtsdestotrotz gibt Harari auch den Warner und Mahner vor dem Überwachungsstaat: „Die Rechte, die wir gestern hatten, könnten in nicht allzu ferner Zukunft zu Privilegien werden.“ Dieser Zug ist längst abgefahren, denn eine bewusstlose Mehrheit hat bereits den Übergang zur Entmündigung akzeptiert und feiert begeistert die immer smarter werdenden Gadgets der Tech-Giganten. Was in der „kurzen Geschichte der Menschheit“ von Harari fehlt, ist die Hervorhebung des Wendepunkts im Jahr 1968. Ich meine nicht die „Hippie-Revolution“, sondern die hier ebenfalls in der Wikipedia zu findende Erklärung für die globale Herzlosigkeit der Gegenwart:

Beim Begriff des Hirntods handelt es sich um eine Todesdefinition, die 1968 im Zusammenhang mit der sich entwickelnden Intensiv- und Transplantationsmedizin eingeführt wurde. Der Hirntod wird oft als sicheres inneres Todeszeichen oder als „Äquivalent des menschlichen Todes“ angesehen.

Inzwischen wird diese Definition in fast allen Staaten von weiten Teilen der Ärzteschaft, von den Kirchen und teils auch islamischen Autoritäten akzeptiert und angewandt. Das, mein lieber Herr Harari, ist ein weitaus größeres Verbrechen, als die Massentierhaltung … hare krsna!

Quelle: O24